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Donnerstag, den 25. März 2010 um 12:43 Uhr Geschrieben von: Heiner Sieger   
Schlafforscher sprechen sich vehement gegen Sommerzeit aus

Negative Auswirkungen auf die Gesundheit durch Schlafstörungen

Sonne, Blüten, Frühlingszeit. Die Natur erwacht und belebt Körper und Seele. Doch das Frühjahr bringt auch Schattenseiten: Führende Schlafforscher kritisieren die am Sonntag, den 27. März bevorstehende Umstellung auf die Sommerzeit. „Ich halte sie nicht nur für überflüssig, sondern auch für schädlich“, sagte der Regensburger Psychologe Jürgen Zulley der Wochenzeitung „Die Zeit“. Sein Münchner Kollege Till Roenneberg nennt die Sommerzeit einen „von oben diktierten Eingriff in unser biologisches Zeitsystem“.

Neue Untersuchungen zeigten, dass sich die Zeitumstellung nicht nur kurzfristig negativ auf die Gesundheit auswirkt, etwa in Form von Schlafstörungen oder vermehrten Herzinfarkten. Vielmehr störe sie sieben Monate lang bis zum Anfang der Winterzeit die innere Uhr einer Mehrheit der Bevölkerung. Das könne zu Schlafmangel führen, der generell als ungesund gilt.  „Richtig gewöhnen wir uns daran nie“, sagte der Chronobiologe Roenneberg und bezog sich dabei auf seine Forschungen über den Schlaf-Wach-Rhythmus. Auch die österreichische Neurologin Birgit Högl sieht laut Bericht „einfach keinen überzeugenden Grund, die Sommerzeit zu behalten“. Schlafforscher Zulley forderte sogar die Abschaffung: „Es würde unserer Biologie eher entsprechen, in der Winterzeit zu bleiben.“

Der Wissenschaftler Horst-Werner Korf vom neu gegründeten Chronomedizinischen Institut der Universität in Frankfurt am Main sagte im Deutschlandradio Kultur, dass insbesondere die sogenannten Eulen-Typen, also eher nachtaktive Menschen, in ihrer biologischen Uhr durch die Umstellung auf die Sommerzeit gestört seien. Diese Eulen-Typen müssten durch den Verlust einer Stunde am Tag der Umstellung noch früher aufstehen, was ihnen ohnehin besonders schwer falle. „Wenn sie im Arbeitsleben sind, müssen sie sich ja an den Rhythmus der Gesellschaft anpassen“, erklärte Korf. Das bedeute auch, dass die Nahrungsaufnahme sich verändere und der permanente Wechsel zu Funktionsstörungen führe. Insbesondere die Leber benötige relativ lange, etwa sechs bis sieben Tage, um sich an diese Funktionsveränderungen anzupassen.

Foto: Joujou, www.pixelio.de

 
 

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